Bald eine Impfung gegen Leishmaniose?
Die bereits veröffentlichten vorläufigen positiven Resultate einer veterinärklinischen Studie über den Schutz von Hunden vor Leishmaniose [1] durch einen DNA-Impfstoff, der vom Biotechnologieunternehmen MOLOGEN entwickelt wurde, haben sich nach Abschluss der Studie Ende September bestätigt. Verhandlungen mit großen Pharmaunternehmen zur Auslizenzierung eines Leishmaniose-Impfstoffes für Hunde befinden sich in fortgeschrittenem Stadium, teilt das Unternehmen der Presse mit.
Den Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit von MOLOGEN bilden die vom Unternehmen patentierten MIDGE- und dSLIM-Technologien. Darauf basierend entwickelt MOLOGEN DNA-basierte Impfstoffe und Therapeutika zur Vorbeugung und Behandlung eines weiten Spektrums schwerer Krankheiten, die bisher nicht oder nur unzureichend behandelbar waren.
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Tierschutz in Spanien - Animal Welfare Spain
Leishmaniose-Hunde
Realistischer Bericht zum Thema Leishmaniose, ausgestrahlt im WDR - Tiere suchen ein Zuhause. Erst durch den Import von Hunden aus den Mittelmeerländern wurde die Krankheit Leishmaniose in Deutschland ein Thema.
Leishmaniose gehört zu den so genannten Reisekrankheiten. Sie ist eine Infektion, die von parasitären Einzellern - Leishmanien (Phlebotomus) - ausgelöst wird. Weltweit tritt sie in allen tropischen und subtropischen Klimazonen (außer Australien) auf. Die dort vorkommenden Leishmaniose-Spezies sind eine Bedrohung für Menschen. Man unterscheidet weltweit drei Leishmanioseformen: die kutane (Hautleishmaniose), die mukokutane (Schleimhautleishmaniose) und die viszerale (innere Leishmaniose). In Europa allerdings existiert entlang der Mittelmeerküsten eine Art der Parasiten, die in der Regel nur für Hunde lebensgefährlich ist.
Übertragen
werden die Leishmanien durch den Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke,
die infiziertes Blut aufnimmt und durch einen neuen Stich weitergibt. Die
Inkubationszeit beträgt fünf Wochen bis sieben Jahren. Ohne Behandlung
sterben die Tiere auf Grund von Schädigungen der inneren Organe oder
an Folgeerkrankungen. Weiterhin ist die Übertragung über die Plazenta
im Mutterleib bekannt. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig.
Es kann innerhalb des Wurfes einer infizierten Hündin sowohl infizierte
wie nicht infizierte Welpen geben. Einige Welpen weisen einen Antikörpertiter
auf, ohne selbst
infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten
Lebensjahres zurück.
Symptome: Leishmaniose äußert sich durch kahle Stellen um die Augen herum, an der Schnauze, am Hals und an den Beinen, die sich entzünden können, schuppige, haarlose Ohrränder, durch stark wachsende Krallen, Nasenbluten und rissigen Nasenspiegel sowie Bindehautentzündung, geschwollene Milz und Lymphknoten. Im fortgeschrittenen Stadium magern die Tiere stark ab, sie fühlen sich matt, haben Durchfall und Muskelschmerzen.
Zur Behandlung: Es werden in der Regel zwei Medikamente verwendet. Einmal Allopurinol, preiswerte und nebenwirkungsarme Tabletten aus der Humanmedizin, deren Wirkung meist schon nach kurzer Behandlung anschlägt: Die Symptome gehen schnell zurück und das Tier erholt sich gut. Allopurinol wird oft verordnet, wenn die Krankheit erneut ausbricht oder auch durchgehend zur Vorbeugung. Damit lässt sich im günstigen Fall verhindern, dass Symptome überhaupt noch einmal auftreten. Unter dem Mikroskop ist zu erkennen, dass bei der Behandlung mit Allopurinol die Erregerdichte stark zurückgeht. Vor allem in schweren oder fortgeschrittenen Fällen setzen Mediziner zur Behandlung ein fünfwertiges Antimon-Präparat ein - Glucantime. Es wird unter genauer Beobachtung des Arztes über einen längeren Zeitraum injiziert, hat gewisse Nebenwirkungen, aber ist durchaus erschwinglich. Bei einen 20 Kilogramm schweren Hund kann in der Regel für eine einmalige Glucantime-Kur mit Kosten von rund 100 Euro gerechnet werden. Mit rund 80 Prozent liegen die Chancen gut, dass ein behandelter Hund zwar nicht geheilt, aber doch beschwerdefrei alt werden kann. Voraussetzung ist, dass die Organe noch nicht zu stark geschädigt sind.
Übertragung auf den Menschen ist durch den Stich der Schmetterlingsmücke möglich. Allerdings sind, trotz der Millionen deutscher Urlauber, die ihre Ferien in den endemischen Gebieten Europas verbringen (also dort, wo die Leishmanien heimisch sind), nur wenige Fälle von Leishmaniose-Erkrankungen bekannt. Gefährlich kann es aber für Menschen mit erheblich geschwächtem Immunsystem werden. Eine Übertragung ohne die Mücke ist zwar theoretisch möglich, dazu müsste allerdings eine offene, krankheitsbedingte Wunde eines Hundes mit der Wunde eines Menschen oder anderen Hundes in Berührung kommen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist eine solche Übertragung nicht. Für Hunde sind Reisen in Mittelmeerländer auf jeden Fall gefährlich. Es ist grundsätzlich ein Risiko, wenn Urlauber ihre Haustiere dorthin mit in die Ferien nehmen. Unbedingt sollte man sie dann durch Mücken-abwehrende Mittel schützen, zum Beispiel gibt es ein Halsband, dessen Wirkstoff die Parasiten abtötet, und eventuell ist auch Allopurinol als Prophylaxe anzuwenden. Vier bis fünf Wochen nach der Rückkehr ist es sinnvoll, den Hund testen zu lassen.
Ein Leishmaniose-Test sollte unbedingt für jeden
Hund, der aus betroffenen Gebieten nach Deutschland kommt, durchgeführt
werden. Dieser ist jedoch erst im Alter ab 6 bis 7 Monaten sinnvoll und
sollte jährlich und nach Absprache mit dem Tierarzt in regelmässigen
Abständen wiederholt werden, denn die Werte können sich ändern..Verantwortungsvoll
im Süden arbeitende Tierschutzvereine vermitteln ihre Hunde nicht,
ohne sie vorher auf die so genannten Mittelmeerkrankheiten untersucht zu
haben. Wichtig ist, dass der Hundebesitzer, der den Verdacht hat, sein Tier
könnte infiziert sein, einen Arzt aufsucht, der Erfahrung im Umgang
mit Leishmaniose hat. Solange man glaubte, Deutschland sei als Lebensraum
für die Schmetterlingsmücke zu kalt, war auch eine Übertragung
der Leishmaniose kein Thema: keine Mücke - keine Verbreitung der Infektion.
Nun sind aber einige Schmetterlingsmücken auch in Deutschland gefunden
worden. Und das hat zu Irritationen geführt. Besteht nun auch bei uns
die Gefahr, dass infizierte Hunde als Reservoir für die Erreger dienen
und die Infektion hier verbreiten? Viele, auch wenig kompetente Artikel
im Internet erleichtern es betroffenen Hundebesitzern oder Interessenten
kaum, sich zu orientieren. Professor Dr. Kurt Pfister vom Institut für
vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie an der Veterinärmedizinischen
Fakultät der Universität München verurteilt jede Panikmache
als überspitzt und unangebracht. Es sei nicht anzunehmen, dass das
Verbreitungsrisiko von Leishmaniose durch den Import der Mittelmeerhunde
steige. Professor Pfister betont, dass seiner Kenntnis nach die gefundenen
Sandmücken einer Art angehören, die Leishmaniose gar nicht übertragen
kann. Aber selbst, falls einmal eine andere Art entdeckt wird, bleibt die
Tatsache bestehen, dass die winzigen, empfindlichen Schmetterlingsmücken
zum Überleben und um heimisch zu werden, eine so hohe Durchschnittstemperatur
benötigen, wie sie in Deutschland kaum oder nur an wenigen Orten vorkommt.
Schmetterlingsmücken nehmen die Erreger in einem frühen Entwicklungsstadium
auf (Amastigoten), die Leishmanien entwickeln sich in ihrem Wirt weiter
zu Promastigoten und sind dann erst infektiös. Wissenschaftler bezweifeln,
ob Schmetterlingsmücken überhaupt so lange in unserem Klima leben.
Und zuletzt, dank der Behandlung mit Glucantime oder Allopurinol, geht die
Erregerdichte bei den infizierten Hunden stark zurück. Damit reduziert
sich auch die Gefahr, dass beim Stich der Mücke Leishmanien überhaupt
aufgenommen werden. Als zusätzliche Sicherung könnten Besitzer
infizierter Hunde ihren Tieren das Halsband umlegen, dessen Wirkstoff die
Mücke abtötet. Parasitologen, Tropenmediziner und Veterinäre,
die sich wissenschaftlich mit Leishmaniose befassen, sehen deshalb die Gefahr,
dass es durch Hunde aus endemischen Gebieten zu einer Ausbreitung der Krankheit
in Deutschland kommen kann, als sehr unwahrscheinlich an. Unter diesem Aspekt
ist es auch nicht unverantwortlich, einen infizierten Hund nach Deutschland
zu bringen. Nicht zu vertreten ist allerdings, wenn Tiere ungetestet aus
Mittelmeerländern geholt und vermittelt werden. Das ist verantwortungslos
gegenüber jedem infizierten Hund, der ohne die richtige Information
vielleicht falsch oder gar nicht therapiert wird, und ebenso gegenüber
dem neuen Besitzer, der nicht entscheiden konnte, ob er überhaupt ein
krankes Tier aufnehmen will. Gefordert ist sachlicher Umgang mit der Krankheit,
vernünftige Abwägung, ob ein infizierter Hund in Deutschland eine
Chance hat, und ehrliche Aufklärung, bevor er in ein neues Zuhause
vermittelt wird. Sachlicher Umgang mit der Krankheit bedeutet aber auch,
dass befallene Hunde nicht unnötig eingeschläfert werden. Es ist
nur dann erlaubt, einen an Leishmaniose erkrankten Hund zu euthanasieren,
wenn er nicht mehr zu therapieren ist und damit von unheilbarem Leiden erlöst
wird, keinesfalls aber aus Gründen einer möglichen Verbreitung
der Krankheit. Dies wäre ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.
Professor Pfister: Da würde ich mich ganz vehement gegen verwehren.
Es wird immer noch, auch von Amtsveterinären und Tierärzten, behauptet,
Leishmaniose sei eine Tierseuche und damit meldepflichtig. Das ist falsch!
Es ist in Deutschland genau festgelegt, welche Krankheiten zu den Seuchen
zählen - Leishmaniose gehört nicht dazu. Professor Pfister sagt
es in unserem Beitrag ausdrücklich: Aus amtsärztlicher Sicht
gibt es keinen Grund, dagegen vorzugehen. Wer bewusst einen an Leishmaniose
erkrankten Hund aufnimmt, weil er einem Tier helfen möchte, oder wer
plötzlich damit konfrontiert wird, dass sein Hund infiziert ist, der
sollte sich unbedingt von einem Tierarzt beraten lassen. Wichtig ist, dass
dieser sich mit Mittelmeerkrankheiten auskennt, mit Fachlabors zusammenarbeitet,
sich mit Leishmaniose-Spezialisten notfalls austauscht und die Patientenbesitzer
nicht unnötig beunruhigt.






Kontaktadressen: · Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München Prof. Dr. med. vet. Kurt Pfister Leopoldstr. 5 80802 München Tel. (0 89) 21 80-36 22 Fax (0 89) 21 80-36 23 E-Mail: Sekretariat@tropa.vetmed.uni-muenchen.de
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Bernhard-Nocht-Str. 74 20539 Hamburg Tel. (0 40) 4 28 18-0 Fax (0 40) 4 28 18-400 E-Mail: bni@bni-hamburg.de
Tierärztliches Labor Freiburg Prof. Dr. D. Barutzki Postfach 10 01 20 79120 Freiburg Tel. (0 76 14) 76 12 00 Medizinisch und Gerichtliche Veterinärklinik Justus-Liebig-Universität Gießen Frankfurter Str. 126 35392 Gießen Tel. (06 41) 99-3 86 04 Fax (06 41) 99-3 86 09
Beim Leishmaniose positiven Hund, braucht die Krankheit nicht auszubrechen.
Ist die Leishmaniose beim Hund aber ausgebrochen, sollten Kinder und immunschwache Menschen diesen meiden. Wichtig ist die Hygiene und die Beratung mit dem Tierarzt
Im Zweifelsfall sollte ein PCR-Test zusätzlich zum normalen Leishmaniose-Test gemacht werden und kein LM positives Tier adoptiert werden.



Beim Fall Balu war es noch verrückter. Sein Bluttest in Deutschland war eindeutig negativ. Bei ihm brach Leishmaniose aber später aus (offene, suppende Wunden). Die Adoptionsfamilie entschloss sich nach einer gründlichen ärztlichen Beratung zur Einschläferung.Wie man sieht sind die Fälle sehr unterschiedlich und sollten im besten Fall und wenn es die Situation erlaubt einzelnd betrachtet und entschieden werden.
In südlichen Ländern werden Strassenhunde, die keine Chance auf eine Vermittlung haben, aus Kostengründen und auch wegen der weiteren Verbreitung durch die Mücke in diesen Ländern, eingeschläfert.